Das Treffen in Telgte

Kunst im Krieg

Das Treffen in Telgte von Günter Grass

"Und wenn
man sie steinigen, mit Haß verschütten wollte, würde noch aus dem Geröll die Hand mit der
Feder ragen."

Günter Grass' Erzählung eines literarischen Treffens am Ende des Dreißigjährigen Krieges ist nicht nur ein herausragendes Werk über Rolle und Wirkung von Kunst in politisch verworrenen Zeiten, sowie eine Würdigung der vielseitigen barocken Literatur mit versteckten Hinweisen auf die Mitglieder der Gruppe 47, sondern ebenso eine Hommage an die Vielseitigkeit der barocken Vokalmusik: Die heimliche Hauptfigur der Erzählung ist der Komponist Heinrich Schütz. Und auch der Komponist Heinrich Albert, der Kirchenlieddichter Paul Gerhard oder der Verfasser zahlreicher weltlicher Gassenhauer, Georg Greflinger, finden dort ihren Platz.
Die Bandbreite der in der Erzählungen verwendeten Musik reicht von frommen Kirchenliedern über virtuose italienische Madrigale zu anzüglichen Schlagern des 17. Jahrhunderts.

Im Programm von mukk kommen neben einer gekürzten Lesung der Erzählung, alle musikalischen Werke an der jeweiligen Stelle zu Gehör.

Desweiteren wird das Programm mit barocken Stücken aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges angereichert, so dass wir neben den erzählten Eindrücken Günter Grass' auch ein musikalisches Hörerlebnis aus dieser dramatischen Zeit bieten, das uns alle die emotionale Nähe zu den Empfindungen der Charaktere erspüren lässt.
Werke von Matthias Weckmann, Heinrich Albert, Paul Gerhardt, Johann Hermann Schein, Georg Greflinger, Johann Hildebrandt und Heinrich Schütz

Ulrich Noethen, Lesung
Maria Portela Larisch, Sopran
Julia Spies, Mezzosopran
Bettina Schaeffer, Alt
Camilo Delgado Díaz, Tenor
Frederik Schauhoff, Bass
Lilit Tonoyan, Violine
Rahel Sögner, Violine
Chia-Hua Chiang, Gambe
Amarilis Dueñas Castán, Gambe Andrés García Fraile, Gambe
Alexander Toepper, Orgel/Cembalo

Februar 2020, Günter Grass-Haus Lübeck
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